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40 Türchen

Zum Jubiläum öffnet der bsj Marburg mit 40 Türchen Ihnen und Euch vielfältige Einblicke in die Praxis des Vereins. Im Laufe des Jahres kommen stets neue Geschichten dazu.

Viel Freude beim Stöbern!

“Inklusion bewegt” - Kinder und Jugendarbeit

Die Einzigartigkeit und Innovationskraft, die hinter dem Projekt “Inklusion bewegt” (2015-2018) stand, wird beim Blick über Landkreis- und Landesgrenzen hinaus klar. Es ist immer noch außergewöhnlich, dass ein Träger der Eingliederungshilfe, ein freier Träger der Jugendhilfe, eine kreisfeie Stadt und ein Landkreis im Bereich “Inklusion” eng miteinander kooperieren.

Doch von vorne. Bereits im Jahr 2011 wurde vom fib e.V. Marburg und vom bsj e.V. ein lokales Netzwerk zur “Inklusion im Freizeitbereich von Kindern und Jugendlichen” ins Leben gerufen. Dieses Netzwerk trifft sich seitdem viermal im Jahr und wird von unterschiedlichsten Akteuer*innen besucht. (Vertreter*innen von öffentlichen sowie freien Trägern der Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe, Eltern, Vereine, Gesundheitsamt etc.)

Getragen von dessen Geist und unterstützt durch Ideen und Anregungen, konnte aus dieser Gruppe heraus ein großes Projekt (2015-2018) entwickelt und beantragt werden, das sich aus zwei Förderungen speiste. Einerseits wurden zwei Projektstellen (1,5 Personalstellen) über Aktion Mensch getragen, andererseits war es durch die Förderung als Modellregion Hessen möglich, über 40 Kleinstprojekte in Stadt und Landkreis finanziell zu unterstürzten. Bis zu 4000€ konnten Vereine, und initiativen erhalten, wenn sie konkrete Ideen zur Umsetzung einer inklusiven Kinder- und Jugendarbeit hatten.  Ziel war es hierbei, Kindern und Jugendlichen, unabhängig von Geschlecht, Behinderungen, ethnischer oder sozialer Herkunft, die Teilhabe an lokalen Freizeitmaßnahmen zu ermöglichen.

Nach einem niedrigschwelligen Kurzantrag und begleitender Beratung, entschied ein bunt gemischter Begleitausschuss unter der Beteiligung junger Menschen mit Behinderungen, wer das Geld bekommt. Unterstützt wurden u.a. Kunst- und Kultur-, Sport- und Naturschutzprojekte. Neben dem direkten Empowerment der praktischen Arbeit, war die Reflexion und Auswertung der gemachten Erfahrungen ein wichtiger Bestandteil der Teilprojekte, der jeweils von den Projektmitarbeiter*innen begleitet wurde. Durch eine wissenschaftliche Begleitung (Prof. Dr. Markowetz) und einem abschließenden lokalen Fachtag konnte das Projekt zu einer nachhaltigen Implementierung inklusiver Bemühungen in der Stadt Marburg und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf beitragen. Zum Abschluss wurde zusätzlich zu dem Projektbericht ein Leitfaden veröffentlicht, der wesentliche Projekterfahrungen zusammenfasste und Schlussfolgerungen im Sinne einer inklusiven Kinder- und Jugendarbeit zog. 
Leitfaden (pdf)
Projektbericht (pdf)

Als wesentliche Gelingensbedingungen inklusiver Bemühungen konnte man u.a. neben der bereits vollzogenen engen Kooperation von Eingliederungshilfe und Jugendarbeit den Aspekt einer umfassenden sozialräumlichen Vernetzung und gegenseitiger Unterstützung identifizieren. 

Die Ergebnisse und Rückmeldungen des Projektes “Inklusion bewegt” waren schließlich auch maßgeblich für die bundesweite Fachstelle Inklusion des bsj Marburg. In diesem Zusammenhang werden seit 2023 Beratungs- und Qualifizierungsangebote für Fachkräfte der Jugendarbeit und der Eingliederungshilfe durchgeführt. Neben der seit 1995 aufgebauten inklusiven Abenteuerpraxis am Zerum Ueckermünde (Inklusion am Haff) fließen hierbei auch die Erfahrungen zahlreicher und vielfältiger Kooperationsprojekte mit Marburger Eingliederungshilfeträger ein.