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40 Türchen

Zum Jubiläum öffnet der bsj Marburg mit 40 Türchen Ihnen und Euch vielfältige Einblicke in die Praxis des Vereins. Im Laufe des Jahres kommen stets neue Geschichten dazu.

Viel Freude beim Stöbern!

Schulabsentismus – die 2. Chance

Schule schwänzen ist auch (k)eine Lösung*

Im bsj feiert auch das Projekt „Die 2. Chance“ ein Jubiläum. 2006 ist das Unterstützungsangebot für schulabsente Jugendliche gestartet und wird nun stolze 20 Jahre alt.

Auszug aus einer Falldokumentation: „Ich besuche Luna zu Hause und wir frühstücken gemeinsam. Luna erzählt von ihren Noten, die wirklich gut sind (außer Sport). Dann zeigt sie mir ihr neues Videospiel und fragt mich, ob ich nicht spontan zu Ihrer Abschlussfeier morgen kommen möchte. Nach all den Strapazen und Ängsten hat Luna das super hinbekommen und wird bald sogar aufs Gymnasium gehen“

Dieser kleine Einblick in die Einzelfallarbeit ist auch ein Rückblick auf einen erfolgreichen Unterstützungsverlauf, der in unserer Arbeit mit schulabsenten Jugendlichen zum einen in der individualpädagogoischen Betreuung besteht und zum anderen stark auf der Beziehungsarbeit fußt, die im Laufe eines Projektjahres stattfindet. Wenn es gelingt, dann können am Ende unserer Unterstützung Geschichten entstehen, wie die von Luna und ihrer Betreuungsperson Mareike (die Namen wurde aus Datenschutzgründen verändert). 

Ein Rückblick in die Historie: Nach anfänglichem Schwerpunkt auf der Gruppenarbeit mit schulmüden und schulverweigernden Jugendlichen wurde in der Praxis schnell deutlich, dass die betroffenen Jugendlichen in ihren häufig komplexen und belasteten Lebenslagen über ein Gruppensetting nicht gut erreicht werden können und die Unterstützung in aller Regel sehr individuelle Ansätze verfolgen muss. Aus dieser Erfahrung heraus ist über die Jahre das Konzept der 2. Chance gereift und unseres Wissens in der heutigen Form einmalig in der deutschen außerschulischen Jugendhilfelandschaft. Inzwischen kann das Projekt stolz auf 20 Jahre zurückblicken, in denen bereits über 400 Jugendliche in stark belasteten Lebenslagen unterstützt wurden, ihren schulischen Lebensweg wieder aufzunehmen. Mehr Informationen über die 2,. Chance finden sie HIER

* Dieser Satz ist auch als ein Hinweis dafür zu verstehen, dass Schulverweigerung in den allermeisten Fällen aus fachlicher Sicht zu verstehen ist als für die betroffenen Jugendlichen selbst sinnvolles Bewältigungshandeln in häufig sehr ausweglosen und verzweifelten Lebenssituationen.  

Zum Schluss noch drei Empfehlungen: