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Fachtag: “Dialog statt Distanz“

Umgang mit menschen- und demokratiefeindlichen Entwicklungen bei Jugendlichen

Veranstalter: Freie Träger der außerschulischen Jugendbildung Hessen
Datum: 12. März 2026
Zeit: 10:00 bis 17:00 Uhr (Anreise 9:30 Uhr)
Ort: Technologie- und Tagungszentrum, Softwarecenter 3 in 35037 Marburg

Der Fachtag richtet sich an soziale Fachkräfte und ehrenamtliche Mitarbeitende der außerschulischen Jugendbildung in ganz Hessen. Die Veranstaltung wird inklusiv durchgeführt.

Der Fachtag besteht aus einem Impulsvortrag von Reiner Becker zum Thema "Aufwachsen in autoritären Zeiten" sowie praxisorientierten Workshops.

Übergeordnete Ziele sind:

  • Sensibilisierung der Teilnehmenden für diskriminierendes, menschenfeindliches und rechtsorientiertes Verhalten bei Jugendlichen, um ein Bewusstsein für die zugrunde liegenden Dynamiken zu schaffen.
  • Förderung von Handlungsoptionen und Strategien, um im Kontakt mit Jugendlichen, die sich von rechten Bewegungen angezogen fühlen, eine offene und respektvolle Gesprächsbasis zu erhalten und den Dialog zu fördern.
  • Vermittlung von Interventionstechniken und methodischen Ansätzen, um diskriminierendes und menschenverachtendes Verhalten bei Jugendlichen frühzeitig zu erkennen, angemessen zu reagieren und präventiv zu intervenieren.
  • Vertiefung des Verständnisses für die gesellschaftlichen, psychologischen und sozialen Hintergründe, die zu diskriminierendem und menschenverachtendem Verhalten bei Jugendlichen führen, um präventive und unterstützende Maßnahmen gezielt entwickeln zu können.

 

Die Workshopbeschreibungen sowie weitere Informationen zum Fachtag werden in den nächsten Wochen ergänzt

 

Keynote

Reiner Becker zum Thema "Aufwachsen in autoritären Zeiten"

Politische Einstellungen formen sich bei Jugendlichen nicht im luftleeren Raum; vielmehr werden sie durch Familie, Schule, Peers und (soziale) Medien beeinflusst. Es stellt sich daher zwingend die Frage, in welchem Maße die gesellschaftliche Polarisierung sowie die damit einhergehende Etablierung rechtspopulistischer und rechtsextremer Diskurse, Akteur*innen und Organisationen im umkämpften Feld der sogenannten gesellschaftlichen Mitte auf die politische Sozialisation von Jugendlichen einwirken bzw. eingewirkt haben.
Warum gelingt es manchen Akteur*innen sehr gut, Jugendliche anzusprechen, während andere zunehmend den Zugang zu ihnen verlieren? Und welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus für die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen ziehen?

 

Workshops

Workshop 1
Anschluss über Ausgrenzung – Antiqueere Feindbilder als Brücke in rechte Szenen
Workshopleitung: Lisa Spornitz, bsj Marburg

Rechte Akteur*innen nutzen Queerfeindlichkeit und Antifeminismus gezielt als Einstiegsangebote, um junge Menschen an rechte Weltbilder und Strukturen heranzuführen. Über scheinbar einfache Aussagen zu Geschlecht, Familie oder „Normalität“ werden Zugehörigkeit erzeugt, Feindbilder etabliert und weitere Radikalisierungsschritte vorbereitet.
Der Workshop richtet den Blick auf diese strategische Nutzung antiqueerer Narrative. Wir werfen einen Blick auf rechte Szenen und analysieren, wie antiqueere Ideologien dort konkret eingesetzt werden. Anhand von Beispielen aus der pädagogischen Praxis schauen wir zudem, wie solche Inhalte im Alltag von Jugendlichen auftauchen, welche Bedürfnisse sie ansprechen und wie sie als Türöffner in rechte Szenen wirken.
Im Mittelpunkt steht die pädagogische Handlungsfähigkeit: Wir arbeiten mit typischen Aussagen, üben Interventionen und entwickeln Gesprächsstrategien, um queerfeindliche und antifeministische Positionen klar zu benennen, einzuordnen und ihnen entgegenzutreten, ohne den Kontakt zu Jugendlichen vorschnell abzubrechen. Ziel ist es, rechte Anschlussprozesse frühzeitig zu erkennen und präventiv zu unterbrechen.

Workshop 2
Argumentationstraining gegen Rechts
Workshopleitung: Rote Linie Marburg

Workshop 3
Rassistische Gewalt aus der Betroffenenperspektive
Workshopleitung: Martha Bienert

Workshop 4
Zwischen Naturverbundenheit und Weltanschauung: „Braune Esoterik“ im ländlichen Raum
Workshopleitung: FARN

Im ländlichen Raum begegnen pädagogische Fachkräfte zunehmend jungen Menschen, die sich für Natur, Selbstversorgung oder spirituelle Lebensweisen interessieren. Diese Interessen sind zunächst unproblematisch – werden jedoch von rechtsoffenen esoterischen Bewegungen wie der Anastasia-Szene gezielt aufgegriffen, um Jugendliche über Freizeitprojekte, alternative Schulkonzepte oder Online-Communities an völkische und verschwörungsideologische Weltbilder heranzuführen.
Der Workshop vermittelt Hintergrundwissen zu diesen Phänomenen, sensibilisiert für typische Ansprachestrategien und Narrative – online wie offline – und erarbeitet Handlungsansätze, wie Akteur*innen in den betroffenen Bereichen und Regionen sicher, wertegeleitet und klar damit umgehen können.

Workshop 5
Rechte Jugendkultur, Codes und Symboliken
Workshopleitung: Tariq Mian; EJBW Weimar

Der Workshop bietet einen Einblick in die Welt der rechtsextremen Symbolik – von Codes klassischer Neonazis bis zu modernen Erscheinungsformen in Online-Subkulturen. Gemeinsam entwickeln wir ein Gespür dafür, wie rechte Botschaften funktionieren und wie man sie entlarvt. Wir betrachten die Entwicklung der rechtsextremen Symbolik, die Ursachen wichtiger Entwicklungen und die Funktionen, die ihr zugeschrieben werden. 
Die Teilnehmenden führen eigene Recherchen durch und sollen dabei nicht Symbole auswendig lernen, sondern verstehen, was hinter rechtsextremer Symbolik steckt.

 

Zielgruppe

Der Fachtag richtet sich an soziale Fachkräfte und ehrenamtliche Mitarbeitende der außerschulischen Jugendbildung in ganz Hessen. Die Veranstaltung wird inklusiv durchgeführt.

 

Kosten

Die Teilnahmegebühren belaufen sich auf 25 Euro. Ermäßigt 15 Euro.

Für ehrenamtliche Mitarbeitende der außerschulischen Jugendbildung halten wir ein Kontingent von 15 Freiplätzen vor.

Die Veranstaltung wird inklusiv durchgeführt. Um Ihre Bedarfe bestmöglich auffangen zu können, schreiben Sie gerne eine Mail mit Ihrem Anliegen an jugendbildung(at)bsj-marburg(dot)de

Wir freuen uns auf einen spannenden Fachtag mit vielen neuen Impulsen, kreativen Ideen, inspirierenden Austausch und praxisorientierten Ansätzen.

 

Dieser Fachtag wird gefördert durch: