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Gemeinsam sichtbar machen, wofür wir stehen

Ein Graffiti-Projekt an der Bildungsstätte Wolfshausen

Bunte Farben, viele Ideen und jede Menge Kreativität: In den vergangenen Wochen ist auf dem Gelände unserer Bildungsstätte Wolfshausen ein neues Graffiti entstanden. Gestaltet wurde es von Freiwilligen des FSJ der Lebenshilfe Marburg-Biedenkopf im Rahmen eines gemeinsamen Projekts.

Solche Gestaltungsprojekte haben in Wolfshausen Geschichte. Bereits im letzten Jahr wurde eine Wand gemeinsam mit jungen Menschen gestaltet. Damals entstand unter anderem der Wolf, der bis heute den Bezug zum Ort Wolfshausen herstellt. Auch dieses Projekt stand für Beteiligung, Kreativität und die Möglichkeit, den eigenen Lern- und Lebensort aktiv mitzugestalten.

Dieses Mal stand jedoch eine andere Frage im Mittelpunkt: Welche Werte will die Bildungsstätte zeigen und sichtbar machen?

Der bsj Marburg e. V. begleitet seit vielen Jahren Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Bildungsprozessen. Dabei stehen nicht nur Bewegung und Erlebnispädagogik im Mittelpunkt, sondern ebenso Demokratie, Inklusion, Respekt, Offenheit und die Überzeugung, dass jeder Mensch seinen Platz in unserer Gesellschaft haben soll. Diese Haltung prägt unsere tägliche Arbeit in Schulklassen, Jugendgruppen, Fortbildungen und internationalen Begegnungen ebenso wie im Miteinander auf unseren Bildungsstätten.

Genau diese Werte bildeten den Ausgangspunkt für das Graffiti-Projekt. Als Verein haben wir den thematischen Rahmen vorgegeben. Wie diese Werte künstlerisch umgesetzt werden, welche Farben, Symbole und Motive gewählt werden, entschieden die beteiligten Freiwilligen selbst. Die Gestaltung ist Ausdruck ihrer eigenen Perspektiven und Erfahrungen.

So finden sich auf der Wand unter anderem der Schriftzug „Gemeinsam stark“, Symbole für Frieden, Zusammenhalt und Gleichberechtigung, Regenbogenflaggen und die Flagge für transgeschlechtliche Menschen als Zeichen gesellschaftlicher Vielfalt, unterschiedliche Geschlechtersymbole sowie Motive, die für den Einsatz gegen Diskriminierung und Ausgrenzung stehen. Sie erzählen von einer Gesellschaft, in der Menschen unterschiedlich sein dürfen und zusammengehören.

Dass diese Themen den beteiligten Freiwilligen wichtig sind, ist nicht überraschend. Wer sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr im sonderpädagogischen Bereich entscheidet, begegnet jeden Tag Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten. Teilhabe, Inklusion, Respekt und die Anerkennung von Vielfalt werden dort nicht nur diskutiert, sondern gelebt. Diese Erfahrungen spiegeln sich auch in ihrer künstlerischen Arbeit wider.

Das Graffiti ist kein parteipolitisches Statement. Es ist das Ergebnis eines pädagogischen Beteiligungsprojekts und macht sichtbar, wofür der bsj Marburg seit vielen Jahren steht: für Demokratie, Menschenwürde, Vielfalt, Teilhabe und ein respektvolles Zusammenleben.

Wir freuen uns darüber, dass junge Menschen diese Werte auf ihre eigene kreative Weise sichtbar gemacht haben. Denn genau das wünschen wir uns für unsere Bildungsstätte: einen Ort, an dem Gemeinschaft wächst, Unterschiede ihren Platz haben und Menschen erleben können, dass Vielfalt keine Bedrohung ist, sondern eine Bereicherung.