Berufsbegleitende Zusatzqualifikation: De-EskalationstrainerIn
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Seit mehreren Jahren führen sowohl die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) als auch der Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit e.V. (bsj) Fortbildungen zum professionellen Umgang mit Konflikten und Gewalt in Einrichtungen der Erziehungshilfe durch. Beide Institutionen verfügen über langjährige Erfahrungen in der Gestaltung von Fortbildungsreihen. Diese sind in einem hohen Maße auf die Qualifizierungsbedürfnisse spezifischer Zielgruppen ausgerichtet, das bezieht sich sowohl auf die Organisationsstruktur als auch auf die Inhalte.
Bei der im Folgenden beschriebenen Zusatzqualifikation, die in Kooperation von bsj und IGfH realisiert wird, können die TeilnehmerInnen flexibel Veranstaltungenauswählen und diese zeitlich optimal in ihren Arbeitsalltag integrieren. Gleichzeitig erhalten sie die Möglichkeit, die Lernerfahrungen direkt in ihrer Arbeit umzusetzen und supervidieren zu lassen.
Die Inhalte sind ausgerichtet auf
- die Unterstützung einer professionellen wertschätzenden, ressourcenorientierten und partizipativen Grundhaltung der Fachkräfte gegenüber Mädchen und Jungen, mit denen sie arbeiten
- die Vermittlung bzw. Vertiefung von selbstreflexiver Kompetenz zur professionellen Gestaltung von gelingendem und tragfähigem Kontakt zu/mit Kindern und Jugendlichen
- die Vermittlung und das Training von Methoden zur Arbeit mit Mädchen und Jungen mit dem Ziel der Entwicklung von sozialen Kompetenzen, insbesondere für gewaltfreie Interaktion
Dabei geht es um:
- eine angemessene Balance von Konfrontation und Deeskalation
- die eigenen Gefühle wie Angst, Ärger, Hass, Verwirrung etc.
- den eigenen Körper als Medium und Ressource in Konfl iktsituationen
- die Möglichkeiten und Begrenztheiten institutioneller Settings
- die beinahe unendlichen Möglichkeiten der (verbalen und nonverbalen) Kommunikation
- die probeweise Identifikation mit Kindern/Jugendlichen, um zu spüren, wie es ihnen geht und darüber einen Zugang zu ihnen zu finden
- den Erfahrungsaustausch mit KollegInnen auf der Basis von neuen Methoden, persönlichen Erfahrungen und Feedbackprozessen
- klare Entscheidungen, wo bzw. wann es wichtig ist sich durchzusetzen
und in welchen Situationen es nicht um Macht und Durchsetzung gehen
kann
Zielgruppe
Die berufsbegleitende Zusatzqualifikation richtet sich an MitarbeiterInnen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Jugend- und Erziehungshilfe, die unmittelbar mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Die TeilnehmerInnen sollten über eine abgeschlossene (sozial)pädagogische Berufsausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung im Praxisfeld Jugendhilfe verfügen.
Fortbildungsrahmen
Die Fortbildungsreihe beinhaltet 9 dreitägige Seminare (4 Grundlagenseminare und 5 Methodenseminare). Zwei eintägige Gruppensupervisionen (4-6 Personen) mit ausgebildeten SupervisorInnen bieten die Möglichkeit zur Reflexion der Erfahrungen bei der Umsetzung der vermittelten Methoden. Eine dreitägige Abschlussveranstaltung beendet die Ausbildungsreihe. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden die parallel zu entwickelnden Praxisprojekte vorgestellt und die Zertifikate vergeben.
Die Praxisprojekte, die gemeinsam mit den TrainerInnen in den Seminaren entwickelt und besprochen werden, sollen konkret und überschaubar sein und von den TeilnehmerInnen während der Gesamtlaufzeit der Fortbildung in der eigenen Einrichtung umgesetzt werden.
Die Termine der einzelnen Module werden für das Folgejahr jeweils im Vorjahr bekanntgegeben. Termine für Gruppensupervisionen und Abschlussveranstaltungen werden den TeilnehmerInnen rechtzeitig mitgeteilt.
Methoden
Neben der Vermittlung von Konzepten, Theorien und Methoden arbeiten wir mit Fällen aus der berufl ichen Praxis der TeilnehmerInnen. Aufgrund der Überzeugung, dass Fortbildungen nur nachhaltig sind, wenn Lerninhalte erfahrbar werden, setzen wir die Bereitschaft, an selbstreflexiven Prozessen teilzunehmen, voraus. Das bedeutet, das die TrainerInnen z.B. mit Rollenspielen, Videoaufnahmen, Feedbackprozessen und anderen selbsterfahrungsorientierten Methoden arbeiten werden.
Fortbildungsleitung
Alle ReferentInnen/TrainerInnen der Reihe sind vertraut mit unterschiedlichen theoretischen und methodischen Konzepten zum Thema Umgang mit Konflikten und Gewalt und verfügen über langjährige Erfahrung in der Jugendhilfe sowie in der Arbeit mit Fortbildungsgruppen. Die ReferentInnen haben pädagogische oder psychologisch-therapeutische Zusatzqualifikationen erworben und sind erfahren im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung sowie der Gruppensteuerung.
Anmeldung
- Eine verbindliche Anmeldung für die gesamte Qualifizierungsreihe ist nicht notwendig.
- Die Anmeldungen zu den Einzelveranstaltungen erfolgen entweder über den hier beigelegten Anmeldebogen oder über die Anmeldeformulare in den Fortbildungsprogrammen der beteiligten Kooperationspartner bsj und IGfH. Es gelten die jeweils üblichen Geschäftsbedingungen, die Sie auch der Anmeldebestätigung entnehmen können.
- Die einzelnen Module können in unterschiedlicher Reihenfolge belegt werden, generell muss der Einstieg aber über ein Grundlagenseminar erfolgen.
- Für einen erfolgreichen Abschluss mit Zertifi zierung ist die Teilnahme an allen 4 Grundlagenseminaren, mindestens 3 Methodenseminaren, zwei eintägigen Gruppensupervisionsterminen und der zweitägigen Abschlussveranstaltung notwendig.
Rahmenbedingungen
- Es gibt keine zeitliche Begrenzung für die Absolvierung aller erforderlichen Seminare. Alle Seminare werden über einen Zeitraum von mehreren Jahren hinweg wiederholt angeboten. Der jeweils aktuelle Terminplan liegt diesem Programmheft bei.
- Die Seminare sind grundsätzlich auch einzeln buchbar, also auch von InteressentInnen, die nicht die Zusatzqualifi zierung absolvieren. Das wird zur Folge haben, das die Zusammensetzung der TeilnehmerInnengruppen in den einzelnen Seminaren variieren wird.
Kosten und Zahlungsweise
- Die Gesamtkosten für die Zusatzqualifizierung setzen sich aus den Kosten der belegten Einzelmodule zusammen
- Die Seminargebühren werden jeweils mit Belegung eines Seminars beim jeweiligen Veranstalter fällig und von da in Rechnung gestellt
- Die Kosten für Gruppensupervision betragen jeweil 100 € pro Tag, die Seminargebühr für die Abschlussveranstaltung beträgt 180 € ohne ÜN, 280 € mit ÜN und Vollverpflegung
Zertifikat
Nach erfolgreichem Abschluss durch Teilnahme an allen vorgeschriebenen Veranstaltungen erhalten die TeilnehmerInnen das von bsj und IGfH gemeinsam ausgestellte Zertifi kat „DeeskalationstrainerIn für Kinder und Jugendliche in der Jugendhilfe“.
Ausführliche Informationen zu den einzelnen Seminaren finden Sie unter dem Download "Programm Deeslalation" (siehe Seitenanfang).


