BSJ Marburg

Criminal Games

Der heilige Gral wurde aus einer  bekannten Kirche gestohlen. Es handelt sich hierbei um ein bedeutendes, historisches Fundstück, mit unersetzbarem Wert für die Kirche. Die Pfarrerin Katharina kann sich das Verschwinden des heiligen Grals nicht erklären, er steht unter Verschluss und wird nur zu außergewöhnlichen kirchlichen Anlässen präsentiert. Jugendliche Detektive machen sich nun daran, den Diebstahl des heiligen Grals aufzuklären.

Die Leitung des Detektiv-Büros versorgt ihre Mitarbeiter mit den wesentlichen Informationen und nennt verdächtige Personen, die es zu befragen gilt. Im Gespräch mit diesen verdächtigen Personen erhalten die Detektive Hinweise auf weitere Verdächtige und müssen ihre Befragungen fortsetzten. Um letztlich den Täter zu überführen gilt es, Puzzle-Teile richtig zusammen zu setzen, Motive zu erkennen, Widersprüche aufzudecken und den Kreis der Verdächtigen einzuschränken.

Doch zunächst müssen die verdächtigen Personen im Netz der Stadt ausfindig gemacht werden, eine Aufgabe die voraussetzt, dass man sich innerhalb der Stadt orientiert, Rätsel richtig löst und dabei riskiert, auch einmal eine falsche Person anzusprechen, denn Fotos und detaillierte Beschreibungen von den Personen gibt es nicht. Lediglich eine grobe Personenbeschreibung, eine Ortsangabe und ein Codewort sind den Detektiven beim Auffinden der Verdächtigen behilflich. Außerdem sind diese nicht immer bereit, Auskunft zu geben oder überhaupt mit den Detektiven zu sprechen. Viele von ihnen verfügen über merkwürdige Ticks, die auf Seiten der Detektive viel Feingefühl und Geduld verlangen. Außerdem reagieren sie nur selten auf die Anfragen der Detektive und geben nur wenige klare Hinweise. Gutes Zuhören, Hartnäckigkeit, geschickte Fragen und Kombinationstalent sind also gefragt, um den Fall zu lösen.

 

So oder ähnlich kann das Setting eines „Criminal Game“ für Schulklassen und Jugendgruppen aussehen: ein inszenierter Kriminalfall, der für die Konstruktion von Wirklichkeiten im Rahmen von City Bound-Programmen steht. Unmittelbar im öffentlichen Raum und inmitten von lauter uneingeweihten Menschen schaffen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen neue Realitäten, ihre Handlungsweisen ziehen neue, nicht regulierbare Reaktionen durch Fremde nach sich. Es gilt spontan und dennoch überlegt sowie kompetent zu reagieren und mit den Reaktionen angemessen umzugehen, um Konstrukte wirklich werden zu lassen.